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Abschied nach über 55 Jahren

November 14, 2021

Nach 55 Jahren nahm Reinhard Gomann Abschied vom aktiven LG-Leben, aber in Vergessenheit wird die LG in seinem weiteren Leben nicht geraten, zu sehr ist er mit unserem Verein verwurzelt. Reinhard zählt zu den erfolgreichen  Athleten der frühen LG-Epoche. Fast ein Jahrzehnt war er ein vielseitiger und sehr erfolgreicher Läufer und über vier Jahrzehnte  war er ein ebenso erfolgreicher Trainer. Darüber hinaus hat er auch in der LG die Liebe seines Lebens gefunden. Seine Ehefrau Karin war in den frühen Jahren unserer LG eine hervorragende Sportlerin, die Erfolge als Sprinterin und Weitspringerin feiern konnte.

Seine Zeit als aktiver Athlet

Als Sprinter erzielte Reinhard zahlreiche Titel und Top-Platzierungen bei westfälischen und westdeutschen Meisterschaften. Als seinen größten sportlichen Erfolg wertet er den Sieg bei den Westdeutschen Hallenmeisterschaften über 400 m im Jahr 1971. Seine Vielseitigkeit als Läufer beweisen seine hervorragenden Bestzeiten. 1968 sprintete er über 200 m 21,8 sec.. In 1971 lief er seine Bestzeit über 100 m mit 10,7 sec. und mit seiner Bestzeit von 47,6 sec. über 400 m zählte er zu den seinerzeit Besten  in Deutschland.  Auch über 800 m erzielte er 1971 mit 1:53,7 min. eine tolle Bestleistung.  Gemeinsam mit Dieter Dargatz, Karl-Heinz Schäfer und Dieter Rochow lief er 1970 in Berlin mit der 4 x 400 m Staffel  3:17,4 min.; diese Zeit ist der älteste noch aktuell existierende lippische Rekord.

Karl Heinz Schäfer, Reinhard Gomann, Karin Gomann und Dieter Dargatz.

 

Reinhard Gomann: Trainer aus Leidenschaft

Nach Beendigung seiner aktiven Zeit als Läufer wurde Reinhard Trainer in unserer LG. Über vier Jahrzehnte gab er seine Erfahrung und Kompetenz an junge Athletinnen und Athleten weiter. Zahlreiche Sportlerinnen und Sportler verdanken Reinhard ihre großen Erfolge, zum Beispiel Dirk Sander (Deutscher Meister über 25 km), Sven Grass (Deutscher Vizemeister über 110 m Hürden) und Sarah Budde. Die Liste seiner erfolgreichen Schützlinge ist zu lang, um sie an dieser Stelle aufzählen zu können. Unser Vereinsvorsitzender Sven Obenhaus fasste bei Reinhards Verabschiedung bei den Vereinsmeisterschaften würdigend zusammen: Er hat immer viel Leidenschaft und vor allem Zeit in seine Trainertätigkeit für einzelne Athletinnen und Athleten investiert.

…irgendwann muss auch Schluss sein.“ – Reinhard Gomann über sein Ende als LG-Trainer

 

Geschichten aus der Vergangenheit

1965 starten die LG Athletinnen und Athleten noch ganz in Weiß mit den grünen aufgenähten Buchstaben LGL auf dem Trikot. Das Team war zahlenmäßig noch überschaubar, dagegen die Zahl der Laufdisziplinen bei Mannschaftswettkämpfen  nicht. In der Vereinsbroschüre zum 50jährigen Jubiläum der LG kann man lesen: „Bei den Männern waren 100 m, 200 m, 400 m, 600 m, 800 m und 1000 m zu laufen. Reinhard Gomann hatte da schon mal den Überblick verloren, kam nicht mehr rechtzeitig in seine Wettkampfkleidung  und lief zwar ganz in Weiß, aber das Unterteil entsprach wohl nicht ganz der Wettkampfordnung… was freilich aus der Entfernung gar nicht weiter auffiel. Ein ähnliches Missgeschick ereilte ihn fünf Jahre später am 21. September 1968 bei einem Vergleichskampf in Berlin: Die Zeit bis zum Startschuss reichte diesmal nicht zum Anziehen der Spikes, aber Reinhard lief im 800 m Lauf souverän mit Turnschuhen als Sieger durchs Ziel. Zeit: glatte 2 Minuten.

Wie geht es weiter?

Mit Sarah und Lisa, die er viele Jahre als Trainer betreut hat, weiß Reinhard seine Nachfolge geregelt und so sagte er u.a. in seinem letzten Interview mit der LZ: …irgendwann muss auch Schluss sein.“ Er möchte „reisen, wenn ich es möchte.“ Aber er versicherte auch: „Wenn Hilfe gebraucht wird, bin ich natürlich da. 

Text: Dieter Rochow

Reinhard Gomann, Helmut Flint, Dieter Thermann, Dieter Dargatz, Jörg Bethke, Wilhelm Grund, Werner Stahlmann, Ralf Bendler und Harald Stecker
4 x 400 m in Göttingen (nationales Cup-Treffen) 3:24,8 min. 1969
Dieter Dargatz, Karl-Heinz Schäfer, Reinhard Gomann, Erwin Jörg

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